TRENDS

Die Zukunft des Tourismus

… aus der Sicht von
Hannes Gamper
Hotelier aus Meran & Obmann der Hoteliers- und Gastwirtejugend

„Was wir anstreben sollten: eine bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus, eine längere Aufenthaltsdauer sowie bessere Unterkunftspreise in allen Kategorien. Zudem muss es uns gelingen, wieder junge Menschen für Berufe in der Hotellerie zu begeistern. Dazu gehört auch, mehr Zeit und Geld für die Ausbildung des Fachpersonals zu investieren und eine bessere Work-Life-Balance zu garantieren, z.B. durch die Eröffnung einer Kita für Hotelmitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass wir jetzt schon die Weichen stellen müssen, um nicht zum Massentourismusland zu verkommen. Was wir brauchen ist Qualitätstourismus. Damit meine ich nicht 5-Sterne-Häuser, sondern innovative Infrastrukturen für Gäste und Bürger, übergemeindliche Entwicklungskonzepte für einen nachhaltigen Tourismus und ein funktionierendes Mobilitätsmanagement. Fest steht: In Zukunft werden die Faktoren Menschlichkeit, Preis und Natur die Rahmenbedingungen vorgeben.“

… aus der Sicht von
Anna Brighenti
Hotelierin am Gardasee

„Ich denke, dass es notwendig ist, sich weniger auf Last-Minute-Buchungen zu konzentrieren, aber ich weiß, wie schwierig das zu erreichen ist: Es würde einen deutlichen Mentalitätswechsel benötigen, sowohl bei Hoteliers als auch bei Urlaubern. Zudem sollte die Sichtbarkeit der Destination mithilfe von Institutionen gestärkt werden. Das ist die Voraussetzung, um die Lücke zur Konkurrenz, sprich zu anderen Destinationen, zu verringern und einen Ort mit hohem Potenzial in ein attraktives Reiseziel zu verwandeln. Diese Aspekte müssen mit zeitgemäßen Angeboten kombiniert werden. Die Zukunft liegt in der Hand der Jugend, aber Erfahrung und Liebe zum Detail machen immer noch den Unterschied aus. Für Hoteliers, die wie ich das Ende ihrer Arbeitserfahrung zusteuern, besteht die letzte Herausforderung darin, Strategien zu finden, um die gesammelte Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben.“