TRENDS

Globale Trends in der Hotellerie

Das Hotel- und Gastgewerbe befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Aus diesem Grund versuchen Hoteliers immer wieder neue Strategien. Immerhin möchten sie die steigenden Erwartungen der Gäste verstehen und erfüllen können. Damit das auch gelingt, ist es wichtig, rechtzeitig globale Trends zu erkennen, die den Bedürfnissen der eigenen Klientel entsprechen.

Wir haben für Sie vier zukunftsweisende Tendenzen erörtert, die in den kommenden Jahren maßgeblich den Sektor beeinflussen werden.

Authentische Alleinstellungsmerkmale

Sowohl unabhängige Betriebe als auch große Hotelketten versuchen ihre Einzigartigkeit hervorzuheben, indem sie einen unverkennbaren Stil anstreben. In einer Welt, in der Standards zum Synonym für Einheitsbrei geworden sind, werden vorgefertigte Konzepte nicht mehr als gewinnbringend erachtet. Die Gäste von heute erwarten charakteristische Designelemente sowie eine einzigartige Atmosphäre mit starkem regionalem Bezug, die durch einheimische Materialien einen authentischen Lifestyle widergespiegelt. Doch nicht nur im Interieur ist Originalität gefragt, auch in der Gastronomie kann man mit kulinarischen „Kunstwerken“ punkten, die den konkreten Genuss zu einer besonderen Erfahrung machen.

Longevity: in Würde altern

Der Wunsch nach ewiger Jugend hat eine Entwicklung erfahren. Ein gestählter Körper oder eine makellose Haut stehen längst nicht mehr im Vordergrund. Heutzutage möchte man schlicht und einfach in Würde altern. Lange fit, gesund und glücklich zu sein sowie die Balance zwischen Körper und Geist aufrecht zu erhalten, sind Ziele, die beinahe jede Generation verfolgt. Yoga wird beispielsweise nicht nur als körperliche Betätigung gesehen, sondern als ganzheitliche Lebensphilosophie. Wenn Sie jetzt denken, dass sich dieser „Trend“ nur auf die Baby Boomers und ihre Kinder, die sogenannte Generation X, bezieht – weit gefehlt! Auch Millennials, geboren zwischen 1980 und 2000, fühlen sich angesprochen. Mit einer Lebenserwartung von über 90 Jahren werden sie die Ersten sein, die mehr als ein Drittel ihres Daseins im „reifen Alter“ verbringen. Darüber hinaus legen sie gemeinsam mit der nächsten Generation (Z) sehr viel Wert auf gesunde Ernährung und Bewegung – nicht nur temporär, tendenziell ein Leben lang.

Der einheimische Lifestyle als USP

Einen 0-Kilometer-Käse oder einen autochthonen Wein anzubieten sowie Werke von einheimischen Künstlern an die Wand zu hängen, reicht bei Weitem nicht, um das eigene Hotel als „authentisch“ zu bezeichnen. Vielmehr geht es darum, die Besonderheiten des einheimischen Lebensstils aufzugreifen und in der gebotenen Urlaubserfahrung mit einzubauen, um Einzigartigkeit und Exklusivität zu vermitteln. Eine Rezeptionistin, die den Gästen ein, zwei Wörter Ladinisch beibringt? Eine traditionelle Ziehharmonika statt eines Flügels? Ja, genau das sucht der moderne Gast! Achtung: Hierbei handelt es sich keineswegs um einen kurzlebigen Trend. Es wird sogar vermutet, dass Regionalität und Nachhaltigkeit von der neuen Generation, sprich den Millennials, noch stärker gelebt wird.

Biophilie: Architektur und Wohlbefinden

Gemäß der „Biophilie“, dem Konzept der Liebe zum Leben und allem Lebendigen, verfügt der Mensch über eine angeborene Empathie für die Natur. Ein Ambiente, das sich an diese Philosophie anlehnt, fördert nicht nur reduzierte Energiekosten, es kann auch Stress mindern und Wohlbefinden begünstigen. Laut einer Studie von Terrapin Bright Green, einem international tätigen Beratungsunternehmen im Bereich Nachhaltigkeit, sind 36 % mehr Gäste dazu bereit, in einem „biophilen“ Empfangsbereich zu warten als in einem herkömmlichen. Hinzu kommt: Tendenziell wird das Interieur aus Naturmaterialien auch bei den Rezensionen positiv hervorgehoben.